Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Belastungen
Wenn Sie psychisch belastet sind oder unsicher sind, welche Unterstützung für Sie passend ist, finden Sie hier eine Übersicht über verschiedene Hilfsangebote. Die Angebote unterscheiden sich in Intensität, Zugang und Wartezeit.
1. Welche Unterstützung passt wann?
- Leichte bis mittlere Belastung: ambulante Psychotherapie, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen
- Stärkere Belastung: zusätzlich teilstationäre Angebote (z. B. Tagesklinik)
- Krise oder akute Verschlechterung: Krisendienst oder Klinik
- Langfristige Stabilisierung: ggf. Rehabilitation (Reha)
2. Ambulante Psychotherapie
Eine ambulante Psychotherapie ist häufig der erste Behandlungsweg.
Psychotherapeutensuche
- Online über die Arztsuche: https://arztsuche.116117.de
- Telefonisch über die 116117
So können Sie vorgehen:
- Liste möglicher Praxen erstellen
- alle infrage kommenden Praxen parallel anfragen (am besten per kurzer E-Mail und zusätzlich telefonisch nachfassen)
- psychotherapeutische Sprechstunden nutzen
- ggf. Kostenerstattung prüfen
Hinweis zu Wartezeiten:
Bei ambulanten Therapieplätzen können Wartezeiten entstehen. Es ist sinnvoll, mehrere Praxen gleichzeitig anzufragen.
Kostenerstattung
Wenn kein Therapieplatz in zumutbarer Zeit verfügbar ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Behandlung in einer Privatpraxis von der Krankenkasse erstattet werden.
Kurz erklärt: In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden Behandlungen normalerweise direkt über die Kasse abgerechnet (Sachleistungsprinzip). Beim Kostenerstattungsverfahren zahlen Versicherte die Behandlung zunächst selbst und reichen die Rechnung anschließend bei ihrer Krankenkasse ein. Eine Erstattung erfolgt in der Regel nur bis zur Höhe der Vergütung, die die Kasse bei regulärer Behandlung übernehmen würde. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Krankenkasse.
Ausbildungsinstitute (Hannover)
Behandlungen an Ausbildungsinstituten sind häufig schneller verfügbar:
- MHH – zur MHH
- GfVT – https://www.gfvt.de
- INITA – https://www.inita.de
- Winnicott-Institut – https://www.winnicott-institut.de
Erstgespräch / Probatorik:
In den ersten Sitzungen wird gemeinsam geprüft, ob die Therapieform und die Zusammenarbeit passend sind.
3. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Viele Angebote sind kostenfrei, anonym nutzbar und ohne Überweisung erreichbar.
z. B. Familien-, Lebens- oder psychosoziale Beratung
Caritas Hannover / Diakonie Hannover / Arbeiterwohlfahrt Region Hannover
z. B. https://www.drogenberatung-hannover.de
z. B. über Caritas oder kommunale Beratungsstellen
Jugend- und Erziehungsberatung
KIBIS: https://www.kibis-hannover.de
Digitale Therapieangebote auf Rezept (z. B. bei Depression, Angst oder Schlafproblemen).
Übersicht: https://diga.bfarm.de/de
4. Intensivere Behandlung: Tagesklinik oder stationäre Therapie
Eine intensivere Behandlung kann sinnvoll sein, wenn ambulante Unterstützung nicht ausreicht.
Teilstationäre Behandlung (Tagesklinik)
Geeignet, wenn eine intensivere Therapie notwendig ist, aber keine vollstationäre Aufnahme erforderlich ist.
Vermittlung über behandelnde Ärzt:innen/Therapeut:innen oder direkte Anmeldung bei Tageskliniken (z. B. KRH, MHH).
Stationäre Behandlung
Kann bei schweren Krisen oder ausgeprägten psychischen Erkrankungen sinnvoll sein.
Aufnahme in psychosomatischen oder psychiatrischen Kliniken (in Hannover u. a. KRH, MHH).
Eine stationäre Behandlung bedeutet nicht automatisch eine besonders schwere Erkrankung. Ziel ist Stabilisierung und Entlastung.
5. Krise und Notfall
Bei akuter Krise sofort Hilfe holen:
-
TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
https://www.telefonseelsorge.de - Regionaler psychiatrischer Krisendienst: erreichbar über 116117
Bei akuter Suizidalität oder Notfällen:
- direkt in die Notaufnahme einer Klinik
- Rettungsdienst unter 112 rufen
6. Rehabilitation (Reha)
Eine psychosomatische Reha kann sinnvoll sein:
- bei chronischen psychischen Erkrankungen
- nach stationären Aufenthalten
Beantragung über Krankenkasse oder Rentenversicherung
Informationen: https://www.deutsche-rentenversicherung.de
7. Medikamentöse Behandlung
In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie ersetzt jedoch meist keine Psychotherapie.
Bitte besprechen Sie dies mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt oder Ihrer Psychiaterin/Ihrem Psychiater.