Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Belastungen

Wenn Sie psychisch belastet sind oder unsicher sind, welche Unterstützung für Sie passend ist, finden Sie hier eine Übersicht über verschiedene Hilfsangebote. Die Angebote unterscheiden sich in Intensität, Zugang und Wartezeit.

1. Welche Unterstützung passt wann?

  • Leichte bis mittlere Belastung: ambulante Psychotherapie, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen
  • Stärkere Belastung: zusätzlich teilstationäre Angebote (z. B. Tagesklinik)
  • Krise oder akute Verschlechterung: Krisendienst oder Klinik
  • Langfristige Stabilisierung: ggf. Rehabilitation (Reha)

2. Ambulante Psychotherapie

Eine ambulante Psychotherapie ist häufig der erste Behandlungsweg.

Psychotherapeutensuche

So können Sie vorgehen:

  1. Liste möglicher Praxen erstellen
  2. alle infrage kommenden Praxen parallel anfragen (am besten per kurzer E-Mail und zusätzlich telefonisch nachfassen)
  3. psychotherapeutische Sprechstunden nutzen
  4. ggf. Kostenerstattung prüfen

Hinweis zu Wartezeiten:
Bei ambulanten Therapieplätzen können Wartezeiten entstehen. Es ist sinnvoll, mehrere Praxen gleichzeitig anzufragen.

Kostenerstattung

Wenn kein Therapieplatz in zumutbarer Zeit verfügbar ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Behandlung in einer Privatpraxis von der Krankenkasse erstattet werden.

Kurz erklärt: In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden Behandlungen normalerweise direkt über die Kasse abgerechnet (Sachleistungsprinzip). Beim Kostenerstattungsverfahren zahlen Versicherte die Behandlung zunächst selbst und reichen die Rechnung anschließend bei ihrer Krankenkasse ein. Eine Erstattung erfolgt in der Regel nur bis zur Höhe der Vergütung, die die Kasse bei regulärer Behandlung übernehmen würde. Informieren Sie sich dazu bei Ihrer Krankenkasse.

Ausbildungsinstitute (Hannover)

Behandlungen an Ausbildungsinstituten sind häufig schneller verfügbar:

Erstgespräch / Probatorik:
In den ersten Sitzungen wird gemeinsam geprüft, ob die Therapieform und die Zusammenarbeit passend sind.

3. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten

Viele Angebote sind kostenfrei, anonym nutzbar und ohne Überweisung erreichbar.

Beratungsstellen
z. B. Familien-, Lebens- oder psychosoziale Beratung
Caritas Hannover / Diakonie Hannover / Arbeiterwohlfahrt Region Hannover
Schuldnerberatung
z. B. über Caritas oder kommunale Beratungsstellen
Für Jugendliche
Jugend- und Erziehungsberatung
Selbsthilfegruppen (Hannover)
KIBIS: https://www.kibis-hannover.de
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)
Digitale Therapieangebote auf Rezept (z. B. bei Depression, Angst oder Schlafproblemen).
Übersicht: https://diga.bfarm.de/de

4. Intensivere Behandlung: Tagesklinik oder stationäre Therapie

Eine intensivere Behandlung kann sinnvoll sein, wenn ambulante Unterstützung nicht ausreicht.

Teilstationäre Behandlung (Tagesklinik)

Geeignet, wenn eine intensivere Therapie notwendig ist, aber keine vollstationäre Aufnahme erforderlich ist.
Vermittlung über behandelnde Ärzt:innen/Therapeut:innen oder direkte Anmeldung bei Tageskliniken (z. B. KRH, MHH).

Stationäre Behandlung

Kann bei schweren Krisen oder ausgeprägten psychischen Erkrankungen sinnvoll sein.

Aufnahme in psychosomatischen oder psychiatrischen Kliniken (in Hannover u. a. KRH, MHH).

Eine stationäre Behandlung bedeutet nicht automatisch eine besonders schwere Erkrankung. Ziel ist Stabilisierung und Entlastung.

5. Krise und Notfall

Bei akuter Krise sofort Hilfe holen:

Bei akuter Suizidalität oder Notfällen:

  • direkt in die Notaufnahme einer Klinik
  • Rettungsdienst unter 112 rufen

6. Rehabilitation (Reha)

Eine psychosomatische Reha kann sinnvoll sein:

  • bei chronischen psychischen Erkrankungen
  • nach stationären Aufenthalten

Beantragung über Krankenkasse oder Rentenversicherung
Informationen: https://www.deutsche-rentenversicherung.de

7. Medikamentöse Behandlung

In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie ersetzt jedoch meist keine Psychotherapie.

Bitte besprechen Sie dies mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt oder Ihrer Psychiaterin/Ihrem Psychiater.

Nach oben scrollen